Gibt es Seenadeln in der Ostsee?

Einige fragen sich, ob es auch in den heimischen Gewässern solche Lebensformen, wie Seenadeln gibt. In diesem Beitrag gehen wir auf das Vorkommen und einige Arten dieser Meeresbewohner ein.

Schätzungsweise gibt es über 200 Arten von diesen Lebewesen. In der Ostsee kommen mindestens 5 verschiedene Arten von Seenadeln vor. Zumindest wurden fünf davon schon einmal im Baltischen Meer gesichtet. Diese Fischart bewohnt die Küsten aller Weltmeere. Seepferdchen gehören ebenfalls zu der Familie der Seenadeln. Sie haben nur eine andere Gattung, die Gattung der Seepferdchen. Beide Tierarten sind sich in vielerlei Hinsichten sehr ähnlich oder sogar gleich.

Seenadeln sind sehr farbenfroh und passen sich ihrer Umgebung an.
Bild: joakant  / pixelio.de

So sehen Seenadeln aus

Seenadeln sehen im Grunde genommen aus wie Seepferdchen. Nur sind sie nicht an den Enden wie ein Fragezeichen gekrümmt, sondern langgestreckt und gerade. Der Körper an sich ist sehr schlank und man kann Wölbungen erkennen. Diese sind ringförmige Platten aus Knochen. Der Korpus der Seenadeln ist dadurch fest, wie ein Panzer. Bedauerlicherweise ist dieser Meeresbewohner durch diesen Körperbau stark in seiner Bewegung begrenzt und die Muskeln sind deshalb im Rumpfbereich eingeschränkt. Die Brust- und Rückenflossen dienen als Antrieb. Die Rückenflosse bewegt sich wellenförmig und wird als Hauptfortbewegungsorgan eingesetzt. Wenn die Seenadel sich nicht bewegt, dann kann sie diese umklappen. Mit den Brustflossen kann das Meerestier lenken. Die Augen sind wie bei einem Chamäleon und können somit unabhängig voneinander in verschiedene Richtungen schauen. Interessanterweise haben die meisten Seenadelmännchen eine Bruttasche, wie ein Känguru. Nur die kleineren Seenadelarten haben keine. Das Maul der Meeresbewohner ist pipettenartig verlängert und die Form des Kopfes ist wie bei einem Seepferdchen. Durch ihr einzigartiges Aussehen können sie sich sehr gut in Seegras und auch anderen Meerespflanzen verstecken. Es sind sogar einige Artgenossen unter ihnen, die ihre Farbe der Umgebung anpassen können. Noch eine Eigenschaft des Chamäleons.

Diese Arten von Seenadeln wurden schon einmal in der Ostsee gesichtet

In der Ostsee wurden bereits einige verschiedene Seenadelarten gesichtet. Dabei handelt es sich um folgende:

  1. Große Schlangennadel
  2. Kleine Schlangennadel
  3. Große Seenadel
  4. Kleine Seenadel
  5. Grasnadel

Seenadeln werden etwa 5-10 Jahre alt. Die kleineren Seenadeln, bis circa 30 Zentimeter, sogar nur etwa 3 Jahre. Zumindest in ihrem natürlichen Lebensraum.

Eine Größentabelle der ,,Ostsee-Seenadeln“:

NameWiss. BezeichnungGröße
Große SchlangennadelEntelurus aequoreus60 cm
Kleine SchlangennadelNerophis ophidion30 cm
Große SeenadelSyngnathus acus60 cm
Kleine SeenadelSyngnathus rostellatus17 cm
GrasnadelSyngnathus typhle30 cm
Größentabelle

Sind Seenadeln für Menschen gefährlich oder giftig?

Seenadeln sind nicht giftig oder gefährlich für Menschen. Sie sind friedliebende Meeresbewohner, die sich gerne von den Meeresströmungen wiegen lassen.

Perfekt getarnte Seenadel. Bild: Margit Völtz / pixelio.de

Bei dieser Fischart übernehmen Männchen das Ausbrüten

Ja, Sie haben richtig gelesen, bei den Seenadeln ist es der Mann, der die Aufgabe des ,,Austragens“ übernimmt.

Nachdem das Weibchen die 200 bis 300 Eier produziert hat, spritzt sie diese dem Männchen in den ,,Kängurubeutel“ an seinem Leib. Auch ein Nahrungsvorrat aus Dotter, wird dem Inhalt des Beutels hinzugefügt. Bei den kleineren Seenadelarten werden die Eier an die Unterseite angeheftet. Das Männchen befruchtet nun die Eier. Im inneren der Bruttasche werden die Eier nun von einem Gewebe umschlossen, dass die Eier atmen lässt.

Die Männchen tragen immer nur die Eier eines einzigen Weibchen. Die weiblichen Seenadeln hingegen können ihre Eier an mehrere Partner weitergeben.

Nach einigen Wochen schlüpfen die kleinen Fische. Die Babyseenadeln sind zwischen einem und drei Zentimeter groß und von der Geburt an auf sich alleine gestellt.

So fressen die Seenadeln

Seenadeln lauern ihrer Beute auf. Sie warten gut versteckt und ohne Bewegung, zwischen Wasserpflanzen bis ihnen ein Opfer vor ihr Maul schwimmt. Mit ihrem blitzschnellen Saugakt schlürfen sie kleine Beutetiere in weniger als einer hundertstel Sekunde, mit ihrem Rüssel ein und verschlucken sie. Dabei erzeugen sie ein starkes Vakuum, dem die kleinen Beutetiere nicht entkommen können. Sie haben weder Zähne noch einen Magen. Das Futter rutscht durch ihren Verdauungstrakt nur hindurch. Dadurch haben sie fast ununterbrochen Hunger. Zu ihren Nahrungsquellen zählen wirbellose Tiere, wie Plankton, kleine Krebse, Garnelen und Insektenlarven.

Dürfen Seenadeln im Aquarium gehalten werden?

Seenadeln darf man kaufen und zu Hause im Aquarium halten. Sie werden meist wegen ihrer farbenfrohen Art und der Tarnfähigkeit gehalten. Von den über 200 Seenadelarten sind jedoch nur wenige aquarienerprobt. Aquarianer lieben diese Tiere sehr, allerdings ist es nicht einfach sie zu versorgen und zu pflegen. Man sollte Seenadeln nicht mit anderen Fischarten im gleichen Aquarium leben lassen, da sie sehr langsame Schwimmer sind und somit schnellere Konkurrenz dazu führen kann, dass sie zu wenig Nahrung zu sich nehmen.

Quellen und weitere Informationen

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